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Liebe Gemeinde,

das hebräische Wort „Schalom“ ist uns allen ganz gut bekannt, es kann als Friedenswunsch übersetzt werden. So begrüßen sich seit Jahrtausenden Menschen im Heiligen Land. In der „hebräischen Bibel“ – Tanach spielt dieses Wort eine Schlüsselrolle.

Die Wurzel dieses Wortes ‚s-l-m‘ steckt im Namen des biblischen Königs Salomon und in der arabischen Begrüßungsformel Salām. Jeder, der einmal im arabischen Raum gewesen ist, kennt diese Begrüßung „as-salāmu ‘alaikum“ ganz gut. Ähnlich wie Schalom kann man sie als „der Frieden sei mit euch!“ übersetzen.

Es wäre auch für uns gut, wenn wir einander öfter Frieden wünschen würden. Wir leben in einem sicheren Land, in dem schon viele Generationen keinen Krieg mehr kennen. Dennoch brauchen auch wir Frieden. In unseren Familien, in unserem Arbeitsumfeld oder auch im Bekanntenkreis gibt es immer wieder Konflikte und Missverständnisse. Auch viele Menschen, die allein leben, haben diese Erfahrung, dass sie innerlich unzufrieden und unruhig sind. Auch, wenn äußerlich alles in Ordnung zu sein scheint, brauchen wir Frieden.

Aus dem Evangelium, das wir an diesem Sonntag lesen, erfahren wir, wie der auferstandene Jesus seine Jünger trifft. Er trat in ihre Mitte und sagte als erstes zu ihnen: „Friede sei mit euch!“

Viele Menschen, die in ihrem Leben einiges erleiden mussten, sind durch eigene Erfahrung zum Ergebnis gekommen, dass wir den echten Frieden nur bei Jesus finden. Er kommt nach seiner Auferstehung zu den Jünger, zu denen, die ihn verlassen haben, die von ihm weggelaufen sind und schließlich ihn nicht verstanden haben. Er kommt zu seinen Jüngern ohne Vorwürfe, ohne zu versuchen, ihnen etwas zu beweisen oder ein schlechtes Gewissen zu machen. Er zeigte ihnen seine Hände und Füße und begegnet ihnen mit seinem Friedenswunsch!

Der Apostel Paulus hat seinem Brief an die Epheser geschrieben, dass Jesus selbst unser Frieden ist (Eph 2,14). Was kann aber diese Aussage für uns bedeuten? Wie können wir, liebe Gemeinde, diesen Frieden durch Jesus finden? Der Fall Jesu zeigt, dass diejenigen Menschen Frieden erfahren, die christlich leben, die aus der Liebe handeln, die nicht nachtragend sind und ihren Schuldigern auch gravierende Fehler verzeihen können. Jesus schenkte uns seinen Frieden und hat uns berufen, diesen Frieden weiter zu geben. Damit können wir heute noch anfangen, indem wir dem anderen verzeihen und einander den Frieden wünschen. Schalom – Friede sei mit euch!

Kaplan Alexander Krylov

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